Vollmondsingen

Achtung: Das Vollmondsingen macht im Moment Corona-Pause. Wann es weitergeht? Sobald die Zeiten freundlicher sind. Und bis dahin? Eine kleine Anregung:

Gedanken über ein nicht gesungenes Kirchenlied

Wann werden wir wohl wieder einmal zusammen singen können? Welche Lieder werden wir anstimmen? Irgendwann einmal, wenn das Singen wieder erlaubt sein wird? Die Tristesse der vielen abgesagten oder aufs Sparsamste reduzierten Anlässe ist für mich hier ganz besonders spürbar: Am fehlenden Gesang in den Gottesdiensten. Es war wohl ein schönes aber halt eben auch ein sehr einsames «Stille Nacht», welches die Orgel in der vergangenen Christnachtfeier intoniert hat.
Nur, Jammern hilft ja nichts. Aber was dann? Vielleicht eine Anregung der Lyrikerin Mascha Kaléko: «Mein schönstes Gedicht? Ich schrieb es nicht. Aus tiefsten Tiefen stieg es. Ich schwieg es.» Vielleicht gilt ja dasselbe auch für die Musik: Mein schönstes Lied, ich habe es nicht gesungen. Ich habe es geschwiegen, gelauscht, habe es in der Stille gefunden. Unsere an Liedern und Zerstreuung arme Zeit – eine reiche und kostbare Zeit, auf ihre Weise. Müsste man wohl so die Sache sehen?

Pfr. Philipp Bernhard

 

Unser Vollmondsingen: Zu später Stunde zusammenkommen und im wohlklingenden Chorraum unserer Kirche Lieder singen. Acappella, nach Möglichkeit mehrstimmig, aus dem Kirchengesangbuch und anderen guten Quellen. Das Vollmondsingen ist ein Moment zum Kennenlernen und Pflegen schöner Musik, zum Innehalten und für nächtliche Begegnungen der besonderen Art. Was in der Kirche Ligerz bereits Tradition hat, bieten drei Kirchgemeinden ab 2018 als regionales Angebot an: Das Vollmondsingen wandert zwischen Ligerz, Erlach und Vinelz. Mit den jeweiligen Ortspfarrern Marc von Wijnkoop, Philipp Bernhard und Donald Hasler. Für Nachtfalter, Goldkehlchen, Singdrosseln, Mondsüchtige und andere Interessierte: Jeweils 22.30 Uhr, in den Kirchen Erlach, Ligerz und Vinelz